Politiker, Arbeitgeber- und Kassenvertreter setzen sich aktuell für die Einführung einer Selbstbeteiligung der Patienten an den Kosten für Arztbesuche ein. Ihr Ziel ist es, die Anzahl der Arztbesuche zu reduzieren und dadurch das Gesundheitssystem zu entlasten. In Deutschland nehmen Patienten im Schnitt zehnmal im Jahr ärztliche Dienste in Anspruch, was international als überdurchschnittlich häufig angesehen wird. Laut OECD-Statistik suchen Deutsche im Vergleich zu anderen Ländern signifikant öfter ärztliche Hilfe auf.
Im Jahr 2024 haben die gesetzlichen Krankenkassen rund 50,3 Milliarden Euro für ärztliche Behandlungen ausgegeben, was im Vergleich zu 2020 einem Anstieg von 14,3 Prozent entspricht. Zur Diskussion steht die Einführung einer Kontaktgebühr bei jedem Arztbesuch, um als Hemmschuh für potenziell überflüssige Arztkonsultationen zu dienen. Diese Maßnahme stößt jedoch auf Kritik seitens einiger Gesundheitspolitiker und Patientenvertreter.
Neben der umstrittenen Kontaktgebühr werden Alternativen wie Hausarztmodelle oder spezielle Tarife für den direkten Facharztbesuch in Betracht gezogen. Die Debatte über die Selbstbeteiligung der Patienten an den Arztkosten bleibt also lebhaft und kontrovers. Während Befürworter die Einführung einer Kontaktgebühr als Möglichkeit sehen, das Gesundheitssystem zu entlasten und unnötige Arztbesuche zu reduzieren, werden auch Alternativvorschläge intensiv diskutiert, um eine ausgewogene Lösung zu finden.

