Mittwoch, 14.01.2026

Wiesbaden beschließt fünf Projekte zum Ausbau des Radverkehrs

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Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hat in seiner Sitzung am 13. Januar fünf Maßnahmen beschlossen, die den Radverkehr in der Stadt ausbauen sollen. Ziel der Vorhaben ist es, Fahrradverkehre sicherer und alltagstauglicher zu machen sowie die Anbindung an Mainz, Frankfurt und die Wiesbadener Stadtteile zu verbessern. Die Vorlagen werden nun in die Ortsbeiräte und gegebenenfalls in weitere Gremien zur Beschlussfassung weitergeleitet.

Verfahren und Finanzierung

Die eingereichten Sitzungsvorlagen enthalten fachliche, finanzielle und rechtliche Prüfungen. Mit einem Beschluss wird die Grundlage für weitere Planungsschritte, Grundstückssicherungen und Förderanträge geschaffen. Mehrere Projekte sollen zum überwiegenden Teil durch Landesmittel unterstützt werden, weitere Kosten werden aus städtischen Fonds getragen.

Radschnellverbindungen nach Mainz und Frankfurt

Für die künftige Radschnellverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz ist der erste Bauabschnitt zwischen Klingholzstraße und Theodor Heuss Ring vorgesehen. Für diesen Abschnitt werden Gesamtkosten von rund 900.000 Euro erwartet, von denen etwa 70 Prozent aus Landesmitteln finanziert werden sollen. Die Baumaßnahmen sind mit Arbeiten eines Entwässerungsbetriebs am Hauptsammler zeitlich abzustimmen, sodass ein neuer Wartungsweg asphaltiert und zugleich als Radroute genutzt werden kann. Die Trasse bleibt mit einem möglichen Betrieb der Aartalbahn kompatibel.

Zur geplanten Radschnellverbindung zwischen Wiesbaden und Frankfurt hat die Stadt die Vorzugsvariante der 2020 begonnenen Machbarkeitsstudie beschlossen. Eine leistungsfähige Radroute, die über Hofheim, Kriftel und Hattersheim nach Frankfurt führt, würde nach Einschätzung der Studie Fahrzeiten um bis zu 26 Prozent verkürzen und den Fahrkomfort deutlich erhöhen. Etwa zehn Kilometer der Strecke liegen im Wiesbadener Stadtgebiet. Mit der Beschlussfassung sollen nun weitere Planungen, Grundstückssicherungen und Förderanträge in Abstimmung mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und den beteiligten Kommunen folgen.

Innerstädtische Verbindungen und Erbenheim

Auf einer stillgelegten Bahntrasse in Erbenheim zwischen An der Käßmühle und dem Mittelpfad ist der Ausbau zu einer abseits des Straßenverkehrs verlaufenden Radverbindung geplant. Das Projekt ist Teil der geplanten Radschnellverbindung nach Frankfurt und soll die Berliner Straße entlasten. Die Baumaßnahmen sind mit Landesfördermitteln in Höhe von insgesamt 712.000 Euro veranschlagt. Die natur- und landschaftsschutzrechtliche Genehmigung steht noch aus; ein Baubeginn ist in den kommenden Jahren vorgesehen.

Innerhalb des Stadtgebiets soll die Rüdesheimer Straße zwischen Kaiser Friedrich Ring und Loreleiring als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Die Maßnahme schafft eine direkte Verbindung zur geplanten Fahrradstraße in der Adelheidstraße, verbessert die Verkehrsführung im Rheingauviertel und reduziert Durchgangsverkehr. Für die Umgestaltung stellt die Stadt 35.000 Euro aus dem Garagenfonds bereit. Die Planung orientiert sich an Empfehlungen des Landes Hessen und ist mit dem Projekt Super Block Rheingauviertel abgestimmt.

Theodor Heuss Ring und Ausblick auf 2026

Auf Wunsch des Ortsbeirats Wiesbaden Südost soll der Straßenraum entlang des Theodor Heuss Rings neu aufgeteilt werden, um die Verkehrssicherheit insbesondere für Radfahrende zu erhöhen. Vorgesehen sind unter anderem die Nutzung einer zweiten Fahrspur für den Radverkehr, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen, zusätzliche Sicherheitstrennstreifen oder verbreiterte Gehwege. Die dafür veranschlagten Kosten belaufen sich auf 192.000 Euro und werden aus dem Programm Radwege finanziert.

Das Verkehrsdezernat kündigt weitere Radverkehrsprojekte für 2026 an. Größtes Vorhaben ist die Auffahrtsspindel an der Kaiserbrücke, die eine stufenlose Verbindung über den Rhein nach Mainz ermöglichen soll. Zudem sind in der Seerobenstraße Radstreifen als Verlängerung der Verbindung auf dem ersten Ring geplant. In der Adelheidstraße ist die Einrichtung einer weiteren Fahrradstraße vorgesehen, ergänzt durch den Umbau des Knotens zur Wörthstraße zu einem Minikreisel.

Die Stadtverwaltung betont, dass die Maßnahmen Teil eines geplanten Ausbaus des Umweltverbunds aus Radverkehr, Fußverkehr und öffentlichem Nahverkehr sind. Nach Angaben des Verkehrsdezernenten hat sich der Anteil des Radverkehrs bei Fahrten zur Arbeit in den vergangenen Jahren verdoppelt, der Zuwachs sei besonders auf längeren Strecken spürbar. Die Projekte sollen daher schrittweise umgesetzt werden, um den Bedürfnissen einer wachsenden und klimafreundlichen Stadt gerecht zu werden.

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